Eigentlich wollte er nach seinem letzten Studio ein Wohnmobil kaufen und durch Europa reisen ... Nun ist er aber in Berlin gelandet und schreibt in der Hauptstadt als Teil von „Haus2000“ Songs für Newcomer und etablierte Künstler.

Dein musikalischer Werdegang ...
In der neunten Klasse brach ich die Schule ab, um Rapper zu werden. Mit verschiedenen Nebenjobs hielt ich mich über Wasser und begann zu rappen. Schnell merkte ich aber, dass die Bühne nichts für mich ist und konzentrierte mich aufs Komponieren und das Bauen von Beats. Über Umwege kam ich dann an musikalische Auftragsarbeiten in der Werbebranche. Mit den ersten Einnahmen gründete ich meine eigene Produktionsfirma in München und eröffnete ein Café. Der Fokus verlagerte sich von Pop und Schlager immer weiter Richtung deutsche Popmusik. Jahre später saß ich mit befreundeten Musikern am Küchentisch und gemeinsam schrieben wir den Song „Geiles Leben“. Kurz darauf unterschrieb ich den Verlagsdeal mit Universal Music und zog nach Berlin. Obwohl ich es anfangs nicht geplant hatte, habe ich hier, zusammen mit David, einem guten Freund, das „Haus2000“ gegründet.

Was ist das Haus2000?
Es ist ein Ort für Songwriter und Musiker, an dem sie arbeiten und kreativ sein können. Wir sind ein Team von über zehn Leuten, die in den Bereichen Pop, Schlager und Elektro tätig sind. Wir versuchen die gemeinsam erschaffene Musik kommerziell auszuwerten, um unseren Lebensunterhalt ausschließlich mit Musik sichern zu können.

Woher holst du deine Inspiration?
Inspiration sammeln bedeutet für mich leben. Viele unterschätzen den Prozess des Musikmachens. Sie sitzen 20 Stunden pro Tag im Studio, schlafen wenig und schreiben ganz vernarrt auf den einen großen Song hin. Ich glaube aber, dass man die Erfahrungen selber machen muss, um das Erlebte in Worte fassen zu können. Es gibt bestimmt talentierte Schreiber, die es auf den Punkt bringen. Die gewisse Seele innerhalb der Musik ist jedoch nur da, wenn man das Lied mit Herzblut schreibt und eine Verbindung dazu aufbaut – und dafür muss man einfach rausgehen in die Welt ... Egal ob Schlager oder Pop, man umschreibt Gefühle, die man selbst erlebt hat. Ich glaube, zumindest der Kern der Geschichte sollte selbst erlebt worden sein.

Welche Emotionen löst schöne Musik in dir aus? 
Musik muss die gefühlte Emotion unterstützen oder lösen. Ich glaube, darum gibt es Musik. Darum ist sie uns Menschen auch so wichtig. Sie trägt dazu bei, dass etwas abgebaut oder verarbeitet wird, gleichzeitig stärkt und unterstützt sie uns. Musik verschönert den Moment, fast wie ein Rauschmittel. Sie ergänzt uns in unserer unperfekten und manchmal schwachen Art. Mit Musik lassen sich Emotionen verarbeiten und verknüpfen. Oft denkt man Jahre später an eine Situation zurück, in der man von einem bestimmten Song begleitet wurde. Wenn man an die Kindheit zurückdenkt sind es oft Schlüsselmomente, einschneidende Augenblicke in unserer Entwicklung, die man mit Musik verbindet, weil sie so tief verwurzelt sind.

Wie hängen Musik und Design für dich zusammen?
Wir sind wohl eines der wenigen Studios, denen ein schöner Stuhl fast wichtiger ist als der Raumklang. Hier fügt sich alles in ein ästhetisches Konzept ein – von der Musik bis zur Architektur. B&O hat es für mich als einzige Marke verstanden, dass man Musik auch mit den Augen erfahren muss. Ihre Produkte lassen sich so in den Alltag einbringen, dass es schön anzusehen ist. Dadurch ergeben bei uns Musik und Design einen homogenen Arbeitsbereich, der eher an ein Wohnzimmer erinnert als an ein Tonstudio.

Wie wäre ein Leben ohne Musik für dich?
Unvorstellbar. Wenn man sie einmal gehört hat, ist es wirklich schwer ohne Musik. Sie ist wie eine tägliche Therapie. 

 

Die neue Facebook Seite des Haus2000 findet ihr hier.

 
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